Die Umgebung - das Balver Land

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III. Die Umgebung - das Balver Land

Die Olle Borg

Die "Olle Borg" liegt in den Waldungen des Burgbergs (383 m) etwa 800 m südlich von Schloss Wocklum. Über das Alter der Burg streiten sich seit Jahrzehnten Fachleute und Hobbyforscher. Ist, so fragen sie, die Wallanlage eine sog. karolingische Ausbauburg des 8./9. Jahrhunderts oder suchten bereits frühgeschichtliche Siedler hinter ihren Ringwällen und Gräben Schutz vor unliebsamen Besuchern? Vielleicht aber entstanden die Anlagen erst angesichts drohender Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert. Genaues weiß man nicht. Radiometrische Messungen fehlen. Erwiesen ist nur, dass es im Sauerland bereits vor der Hallstattzeit (700-500 vor Christus) Wallburgen als Flucht-und Verteidigungsanlagen organisierter Siedlungsverbände gegeben hat. Sie gewannen oder verloren je nach siedlungsgeschichtlicher und politischer Lage an Bedeutung.

Auch die Olle Borg wird unterschiedliche kriegerische Belastungen und damit wehrtechnisch unterschiedliche Ausbaustufen erlebt haben. Sie besteht aus einem zentral-, Mittel-und Außenwall einigen sog. Sperrriegeln. Wälle und Gräben decken ringartig die flachere Seite des Burgbergs wehrtechnisch ab. Die Wälle an den Eingängen der nördlichen und südlichen Zuwegungen sind nach innen gebogen. Diese "Wallbögen" an den Torgängen sollten Feinden ein Eindringen erschweren. Hinter ihnen ließen sich Walldurchgänge erfolgreicher verteidigen. Die Innenräume des Zentral- und Mittelwalls (ca. 2,5 ha) konnten in Notzeiten Hunderte Frauen, Kinder, Alte und Kranke des Siedlungsverbandes aufnehmen, aber auch wertvolle Habe und Haustiere. Großvieh wird außerhalb der Wallanlage auf einer umfriedeten Waldweide am nahen Hemberg bis zum Abzug des Feindes gehalten worden sein.

 

Wasserschloss Wocklum

Der Besucher erreicht den Schlosskomplex von der B229 aus über die Wocklumer Allee. Hinter dem "Torhaus", dem ältesten Gebäude Teil der Anlage, liegt zur Linken das Schlossgebäude mit erhaltenen Gräften (Wassergräben), mit Schlossgarten und den dahinterliegenden Grabstätten der Schlosseigner.

Zur Rechten blickt er in dem Bereich des ehemaligen Gutshofs. Der Name Wocklum ist sprachgeschichtlich das Ergebnis eines durch lautliche Wandlungen, zum Beispiel Verschleifungen, veränderten Urwortes. Warum wird von "waak" (woak) gleich Wasser, auch Sumpf, Pfuhl, von der Verkleinerungssilbe 'el' von 'hem' (ham) gleich einem eingefriedeten Areal, d.h. von einer hecken-, wall- oder wassergeschützten Wohnstätte, dem Heim eines Grundbesitzers, abgeleitet. Besucher der Schlossanlage müssen sich vorstellen, dass die westlich des Schlosses gelegenen Niederungen ursprünglich von Kolken/Sümpfen/sauren Wiesen bedeckt waren. Vielleicht schützten sie auf nahen Anhöhen bereits vorgermanische Menschengruppen (Beispiel: Silhaue). Der Sprung vom sächsischen Haupthof, den ein Edeling mit seiner Sippe bewirtschaftete, zum adeligen Rittersitz wird bereits im frühen Mittelalter vollzogen worden sein. Ein salischer König wird Anfang des 14. Jh. hier nahe der historischen Fernstraße Köln - Balve - Hellweg ein königliches „Wächteramt“ eingerichtet und einem verdienten Gefolgsmann zugesprochen haben - natürlich ausgiebig mit Besitz- und Bannrechten ausgestattet. Die von Bockenhem (1431) und von Beckum - so nannten sich spätere Herren des Königsgutes - errichteten bald ein „wassergeschütztes festes Haus“. Sie pflegten ritterliche Tugenden, bewachten die nahe Fernstraße und sorgten weiterhin für Frieden und Ordnung. Wanderer, Reiter, Fuhrleute, Händler, Kaufleute sollten ungestört von übermütigen Buben, Räubern oder bewaffneten Horden ihre Ziele erreichen können.

1510 bis 1549  erwarben die Herren von Bockenförde, genannt Schüngel, das Wocklumer Anwesen mit dem dazugehörigen Landbesitz. Bedeutendster Vertreter dieses Geschlechts war Johann von Bockenförde. Er wurde kurfürstlicher Amtmann und wirkte als Amtsdroste, von 1488-1524 sogar als Landdroste des kurkölnischen Herzogtums Westfalen.

Hermann von Hatzfeld, nachfolgender Schlossherr und Amtsdroste zu Balve, war erbitterter Gegner des vom Calvinismus gewechselten Truchseß zu Waldburg, einem mit der Kölner Kurwürde ausgezeichneten Erzamtmann des Deutschen Reiches. Truchseß besetzte Balve und ließ 1583 die beiden Wocklumer Häuser brandschatzen. Er wurde schließlich besiegt und als Kurfürst abgesetzt.

Bereits 1646 gelangten die Wocklumer Besitztümer in die Hände derer von Landsberg. Auch dieses Adelsgeschlecht diente Kurköln in verschiedenen Funktionen. Im 18./19. Jahrhundert wurden die Landsberger als wagemutige Unternehmer tätig. Johann Ignatz Freiherr (später Graf) von Landsberg-Velen, Landtagsmarschall von Westfalen, gründete 1855 mit seiner Frau die Luisenhütte, eine „moderne Eisenschmelze“ mit Gießerei und Hammerwerk.

Gleichzeitig erwarb die Familie u.a. im Balver Raum zahlreiche Schürfrechte für den Abbau von Erzen und Kiesen. Aber nur wenige waren ergiebig, konnten rentabel ausgebeutet werden. Die 1822 gegründeten Chemiewerke Wocklum gehörten zu den ersten großtechnischen Chemieanlagen des Deutschen Reiches. Die Firmen Hertin und Kruse sind Quasinachfolger der damals weithin bekannten Wocklumer Chemiewerke.

Die Entwicklung Wocklums von einer wasser- bzw. wallgeschützten Hofanlage über einen Königshof (Curtis) zu einem Wasserschloss barocker Prägung durchlief viele Entwicklungsstufen. Das Schlossareal war vor der Brandschatzung 1583 noch allseitig von breiten Gräften umgeben, nicht jedoch der Gutshof, wie der „Urhandriss“ (Seite 21) fälschlicherweise darstellt.

 

Turnierplatz Wocklum

Unmittelbar neben dem Schloss und dem ehemaligen Gutshof liegen die sportlichen Anlagen des Reitervereins Balve (Reithalle, Stallungen, Gastronomie, Reit- und Turnierplatz). Die Anlage wurde besonders in den letzten zwei Jahrzehnten ausgebaut, d.h. modernen sportlichen Standards angepasst. Die Sommerturniere des Vereins erlangten nationale und internationale Bedeutung. Das "Balve Optimum" im Hochsommer ist internationaler Höhepunkt der jährlichen Reitersaison.

Vom Schloss führt ein Wanderweg an den Reitanlagen vorbei in ein weiträumiges, idyllisches Wiesental. Es wird vom mäandernden Orlebach durchflossen.

 

Luisenhütte

Die Luisenhütte ist die älteste, vollständig erhaltene, funktionstüchtige Hochofenanlage Deutschlands. Auf Betreiben von Anna Maria Theresia, Ehefrau des Landdrosten von Landsberg, wurde sie 1748 an einer Stätte frühmittelalterlicher, vielleicht sogar geschichtlicher Eisenverhüttung errichtet. Dem Bau der Hütte und des Hammers wurden 1743/54 ein moderner Hochofen und eine Eisengießerei angegliedert.

Der lebhafte Borkebach lieferte Wasserenergie für den Antrieb des Wasserrades, das wiederum für die Winderzeugung diente (Gebläseturbinen). In umliegenden Buchenwäldern produzierten Köhler Holzkohle für die Versorgung des Hochofens. In ortsnahen Gruben förderten Bergleute Eisenerz.

1865 musste der Betrieb eingestellt werden. Die Hütte konnte nicht mehr mit den modernen Werken des Ruhrgebietes konkurrieren. Den Betrieben im Kohlenpott standen hochwertigere Erze und Brennstoffe (Koks), aber auch schnelle Transportwege zur Verfügung.

Heute ist die Luisenhütte ein Museum und Vorzeigeobjekt im Märkischen Kreis. Es bietet Besuchern die Besichtigung seiner technischen Anlagen im Fabrik- bzw. Maschinenhaus an, aber auch wirtschafts- und sozialgeschichtliche Informationen. In unmittelbarer Nähe kann auch der Eingang eines Bewetterungsstollens besichtigt werden.

Im Frühjahr 2006 wurde das ehemalige prähistorische Museum Balves der Luisenhütte angegliedert. Das Ensemble wird zu einem attraktiven wirtschafts- und heimatgeschichtlichen Projekt erweitert. 

 

Kalköfen Horst

Die drei Kalköfen in der Horst (an der K29 nach Eisborn) sind Zeugnisse der seit dem 18. Jh. im Hönnetal erblühenden Kalkindustrie. Sie verdrängte die bäuerlichen Kleinunternehmen in den Dörfern des Amtes. Nur die Rheinischen Kalkwerke und das Kalkwerk Sanssouci überlebten diese Zeit ortsbürgerlichen Wagemutes. 

Die in „Ringen gesetzten bruchsteinernen, haubengeschützten Öfen“ in der Horst gehörten einst zu den technisch modernsten Anlagen in Deutschland. Sie brannten den hochwertigen Massenkalk des nahen Steinbruchs. Er zeichnete sich durch besonders hohe Kalzitanteile (98%) aus. Das „Kalkpulver“ wurde wegen seiner Reinheit ein begehrtes Produkt der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Aus technischen, sprich: Altersgründen, wurden die drei Öfen stillgelegt. In ihren Fugen schlugen Gräser, Kräuter, selbst Birken Wurzeln. Erst in den 80er Jahren erwirkte der Märkische Kreis die Unterschutzstellung der Öfen.  

 

Altes Rittergut Eisborn

Über das alte Rittergut Eisborn mit seiner zerstörten Burganlage (etwa am Platz der heutigen Eisborner Kirche gelegen) gibt es bereits aus dem Mittelalter Nachrichten. Als erster Eigentümer wurde Goddert I. von Hanxleden 1327 erwähnt. Goddert kaufte 1329 das an der Grenze zur noch freundlich gesinnten Grafschaft Mark gelegene Eisborn von seinem „Blutsfreund“ Lubbert von Binolen und seiner Frau Richtmoth. Um 1335 heiratete er Cunigunde von Binolen, in zweiter Ehe.

1352 kam es zur Fehde zwischen den beiden an Burg Schwarzenberg beteiligten Parteien. Graf Engelbert III. von der Mark vertrieb die Arnsberger Burgbesatzung, zerstörte das Arnsberger Burghaus auf Schwarzenberg bei Plettenberg, und ließ an der Grenze zu Eisborn durch Gerhard von Plettenberg Burg Klusenstein erbauen, welche von Gottfried IV. (Arnsberg) vergeblich belagert wurde.

Heute ist das "Höhendorf" Eisborn unter Freizeit- und Distanzreitern sehr beliebt. Es verfügt über zwei renommierte Tagungshotels mit anspruchsvoller und anerkannter Gastronomie: Die Antoniushütte und das Hotel zur Post.  

 

Kloster Oelinghausen

Der alte Wallfahrtsort Kloster Oelinghausen gehört heute zu Arnsberg/Hüsten. Mitte des 16. bis Anfang des 19. Jahrhunderts waren auch die Kirchspiele Hüsten, Enkhausen und Affeln mit ihren zugehörigen Dörfern und Höfen dem Amt Balve als Teil des Herzogtums Westfalen zugeordnet. Das als Doppelkloster im Jahr 1174 gegründete Kloster entwickelte sich später zu einem Kloster der Prämonstratenserinnen und im 17. Jahrhundert zu einem weltlichen Damenstift. Der Innenraum der sehenswerten gotischen Kirche wurde im 18. Jahrhundert einheitlich im barocken Stil umgestaltet. Das Kloster ist auch aufgrund seiner Lage, zusammen mit dem benachbarten Gut Oelinghausen, absolut sehenswert. Es finden regelmäßig Kirchenkonzerte statt ("Musica Sacra"). 

Es besteht ein, nicht nur "gefühlter", enger Bezug des Klosters zum Balver Land. So stammten die barocken Kunstwerke der Klosterkirche von 1707 vom Bildhauer Wilhelm Splithofen, einem begnadeten Künstler aus Volkringhausen, zum Preis von 260 Reichstalern. "Außer diesen Verträgen, die tatsächlich nachweisen, dass die barocken Kunstwerke des Klosters auf Volkringhausen stammen, hören wir nichts mehr von dem kunstbeflissenen Meister aus Volkringhausen. Standen vielleicht die Heiligenfiguren Volkringhauser oder anderer Bauern des Balver Landes Modell? Anzunehmen ist es schon. So begegnen wir in den Figuren der Klosterkirche alten Vorfahren unseres Raumes.

Der bekannte Johannesaltar auf dem Nonnenchor der Klosterkirche, der mit einigen gotischen Figuren bestückt ist und zu den wertvollsten Ausstattungsstücken der Kirche gehört, soll 1380 als Geschenk einer alten Dame aus Balve nach Oelinghausen gekommen sein. (..) So wirkte sich der Einfluss des Klosters Oelinghausen auf unser Gebiet nicht nur im Bereich der Wirtschaft aus, sondern er bescherte uns auch geistige und handwerkliche Zeugnisse ersten Ranges. Unstrittig stellte die Kirche seit der Sachsenchristianisierung ein Bollwerk hierzulande, das jedem Sturm standhielt. Die Reformation brachte zwar Schrecknisse in Gestalt des von der katholischen Lehre abweichenden kölnischen Erzbischofs Gebhard Truchseß von Waldheim-Zeil, sie selbst konnte im kurkölnischen Bereich Westfalens nicht ausrichten. Wie vor über 1000 Jahren zählt die Kirche auch heute noch im Balver Land zu einer der wirksamsten politischen Kräfte." (H. Polenz, p.115-117).

 

Aussicht vom Ebberg

Ein eindrucksvoller Aussichtsturm steht auf dem Ebberg bei Eisborn. Von dort hat man einen weiten Rundblick über das Hönnetal und - bei gutem Wetter - eine Sicht bis in das Ruhrgebiet und die Börde.

Text auf der Tafel am Aussichtsturm: Dieser Turm wurde im Jahre 2013 von der Firma Rheinkalk auf dem Ebberg (Eigentum der Stadt Balve) erbaut. Zum 775. Jahrestag der ersten urkundlichen Nennung Eisborns erfolgte die Übergabe an den Heimatverein Eisborn/Asbeck.

Aufgrund seiner exponierten Lage ermöglicht der Aussichtsturm bei klaren Wetter einen weiten Blick in alle Himmelsrichtungen. Wanderern und Erholungssuchende wird hiermit eine attraktive Anlaufstelle auf ihren Routen geboten.   

 

Hof Tillmann Grübeck

Ein über 600 Jahre alter Hof in der "Grübeck", einem Seitental des Hönnetals. Speziell um die Weihnachtszeit wird hier Besonderes geboten: Weihnachtsbaum schlagen, ein wunderschöner Weihnachtsmarkt auf dem Hof. Weihnachtliche Überraschungen zwischen Kälbern, Eseln, Pferden und einer Strohburg. Glühwein, heiße Schokolade, Apfelpunsch, Waffeln, Bratwürstchen, eine heiße Suppe und vieles mehr – alles aus eigener Herstellung

Hier sucht man sich den Weihnachtsbaum selber aus. Mit dem Traktor geht es in den Wald. Auf dem Weihnachtsmarkt warten viele schöne Überraschungen: Zwischen Kälbern, Esel, Pferden und einer Strohburg für die Kinder wird Glühwein, heiße Schokolade, Apfelpunsch, eine heiße Suppe serviert, und vieles mehr – alles aus eigener Herstellung. Gaumenfreuden und Mitbringsel für die Weihnachtszeit: Schnitzkunst und Holzsägearbeiten, Weihnachtsdeko, hausgemachte Mettwürste, Leberwürste, Schinken, Liköre – alles selbst gemacht und aus der Region.

 

Haus Recke und der Hönnetalschutzweg

Haus Recke liegt inmitten des Hönnetals nahe der Bahnstation Binolen und der Felsgruppe "Sieben Jungfrauen". Das Hotel ist einer der letzten Betriebe im mittleren Hönnetal, ausgestattet mit einem Biergarten und obligatorischer Haltepunkt bei einem Besuch der Reckenhöhle (vgl. Abschnitt Höhlen). Wirtschaften und Lokale zogen sich früher, zur Zeit der Jugendbewegung und der Wanderfreunde, wie an einer Perlenschnur durch das Hönnetal. Seit dem Bau der Hönnetalbahn war das Balver Land für die vielen Erholungsuchenden aus dem Ruhrgebiet schnell erreichbar. In der Zeit zwischen den Weltkriegen herrschte ein reger Wander- und Tagestourismus, es gab sogar regelmäßig "autofreie Sonntage". Dies änderte sich mit zunehmendem Verkehrsaufkommen auf der Landstraße nach Menden.

Am Haus Recke führt der Wanderweg durch das Hönnetal vorbei. Um weiter regen Wandertourismus im Hönnetal zu ermöglichen und die Wanderer vor dem zunehmenden Kraftverkehr zu schützen, wurde 1933/34 der "Hönnetalschutzweg" entlang der Hönne in monatelanger Arbeit eingerichtet, unter reger Beteiligung des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV). Der Weg führte teilweise über die Felsgruppe Sieben Jungfrauen, mit wunderbarem Rundblick. Diese Route ist heute gesperrt. Der reizvolle Wanderweg führt, von Sanssouci ausgehend, überwiegend am linken Hönneufer entlang bis Klusenstein, und wird gut angenommen.

 

Das Golddorf: Mellen und der Sorpesee

In Mellen stand seit alters ein Rittergut "auf dem Plasse", also zentral gelegen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mellen im Jahre 1233 durch den Namen „Theodericus de Mellene“. Die Gründung der Bauernsiedlung reicht in die Zeit vor 800 Jahren zurück.

Der Martinsmarkt erfreut sich heute großer Beliebtheit. An den Ständen und ausgeräumten Ställen können weihnachtliche Dekorationen und Holzarbeiten bewundert werden. Dabei sorgen Meller Vereine und Gruppen für das leibliche Wohl der Gäste.

Im Jahr 1991 wurde Mellen erstmals im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden mit Gold ausgezeichnet. Im Jahr 2006 folgte Silber 

Video über Mellen

(Winni Rüth, 2017)

Geprägt ist Mellen seit jeher von der Landwirtschaft. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts gab es hier 24 Bauernhöfe. Heute sind immerhin noch sieben landwirtschaftliche Betriebe im Ort zu finden. Anders als viele Dörfer leidet Mellen keineswegs unter starker Abwanderung der Bevölkerung. Vielleicht ist das rege Vereinsleben der Grund. Mellen verfügt über eine aktive Dorfgemeinschaft, die u.a. das Dorfmuseum Mellen gründete. Informieren kann man sich hier über das Leben und Arbeiten der Menschen im 19. Jahrhundert. Dazu gehört eine "gute Stube", also der Raum, in dem Besuch empfangen wurde. Zahlreiche Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens sind im Museum zu sehen.

Wer von Mellen aus dem Orlebach in Richtung Süden folgt, muss schon recht bald einige Höhenmeter erklimmen. Hier geht es hinauf auf den Bollenberg (405m) mit der Meller Hochheide. Auf 3ha Fläche findet sich dort eine feuchte Wacholderbergheide, auf der Heidekraut, Pfeifengras, Blaubeeren und einzelne alte Eichen wachsen, umstanden von Buchenlaubwald.

 

Jungferngut Garbeck

Das Gutshaus mit seiner imposanten Freitreppe ist seit 1250 nachweisbar. Seit 1401 bewirtschaftet Familie Lösse das Gut in der 14. Generation. Adelheid und Bernward Lösse, beide Diplom-Agraringenieure, führen den Familienbetrieb heute mit viel Liebe zur Tradition fort.

300 Hektar Wald mit mehr als 80 Baumarten gehören zum Forstbetrieb, der seit über 200 Jahren nachhaltig und naturnah bewirtschaftet wird. Mit alten Schürfstellen und Kohlenmeilern, einem Steinbruch, Feuerplatz und Holzhütte, Holzskulpturen, Hochsitzen und Aussichtspunkten bietet das Jungferngut einen Erlebniswald, der für Wanderer und Besuchergruppen viel zu bieten hat.

Siehe auch den WDR-Beitrag "Land & Lecker" vom 09.02.2017.

Panorama Balve-Garbeck mit Sauerland-Gebirgszügen

  

Gransauer Mühle

Die Gransauer Mühle ist seit dem Jahr 1850 im Besitz der Familie Stüeken. Erbaut wurde sie um das Jahr 1420 als „Bannmühle“ im Auftrag des Kölner Erzbischofs Dietrich II. von Moers.

Im Jahr 1901 erfolgte der Umbau zu einem Stromkraftwerk, das Gleichstrom erzeugte. 

Balve war damit eine der ersten Städte in der Provinz Westfalen, die elektrischen Strom besaßen. Die erste Straßenlaterne wurde jedoch bereits im Jahr 1827 aufgestellt. Nach Todesfällen infolge ungesicherter Leitungen wurde die Produktion im Jahr 1960 eingestellt. Seit 1996 ist die Mühle wieder in Betrieb. Die Turbine von 1901 funktioniert und liefert 15 Kwh.

 

Alte Mühle Langenholthausen

Die sog. Bannmühle in Langenholthausen existierte vor dem 16. Jahrhundert am gleichen Standort (siehe HistVerLa). Dies geht aus einem Bericht hervor, der zwischen 1600 und 1608 umfangreiche Umbauten an der Mühle beschreibt. Die Bauern der Umgebung waren verpflichtet, in der Mühle mahlen zu lassen. Der jeweilige Besitzer achtete peinlich darauf, dass sein Bann eingehalten wurde. Damit waren seine Einahmen verbunden.

Die mittelalterliche Mühle war Teilkomplex eines alten Burgstandortes. Von diesem ist nur noch die Mühle mit Wehr, Mühlenteich und einem Wohnhaus erhalten. Die strategische Lage an der Kreuzung des alten Heerweges zwischen Köln und Soest und der Straße von Siegen über Olpe legte es nahe, diesen Platz durch eine Burg zu befestigen. Besitzer waren die Familien von Oedingen, Letmathe, Werminghausen, Plettenberg und Wrede. Die "von Landsberg“ legten den Burgkomplex 1866 durch eine Versteigerung nieder. Die Mahlmühle wurde jedoch weiter betrieben, auch nach dem 2. Weltkrieg noch einige Jahre vom Vater des heutigen Besitzers.
Der Mühlenbann schloss Benkamp, Mellen, Kesberg und ganz Langenholthausen ein. In der Erzbischöflichen Mahlmühle in der Gransau mußten die Bauern aus Garbeck und Balve mahlen lassen.

Die Bannmühle soll zukünftig ein Museum werden.

 

Motte Küntrop

Eine Motte (frz. motte „Klumpen“, „Erdsode“) ist ein vorwiegend in Holzbauweise errichteter mittelalterlicher Burgtyp, dessen Hauptmerkmal ein künstlich angelegter Erdhügel mit einem meist turmförmigen Gebäude ist (Wikipedia). Motten waren im Mittelalter die typischste Burgenform und eine der häufigsten Burganlagen. 

Eine rekonstruierte Turmhügelburg wurde anlässlich der Ausstellung „AufRuhr 1225“ in Herne auf dem Außengelände des LWL-Museums für Archäologie in Originalgröße errichtet. Sie war über 25 Meter hoch und original eingerichtet, ein Garant für ein Burgerlebnis der besonderen Art. Der Stadt Neuenrade gelang es, den Zuschlag für die weitere Verwendung der Motte zu bekommen. Ihr wurde in der Nähe des historischen Burgplatzes Gevern ein dauerhafter Standplatz gegeben. Sie ist heute ein prägendes Bauwerk in Küntrop geworden, und kann besichtigt werden.

Die Burg Gevern war ein Haupthof der Grafen von Arnsberg mit zugehörigen Nebenhöfen, zugleich eine Art regionales Verwaltungszentrum. Typischerweise waren diese Haupthöfe durch Wall- / Grabenanlagen geschützt. Der Graben wurde von einem nahe gelegenen Gewässer gefüllt. Graf Gottfried von Arnsberg ließ als Antwort auf die stärker werdende Position der Grafen von der Mark sein an der Grafschaftsgrenze und den regional bedeutsamen Wegen liegendes Haus Gevern im Jahr 1353 befestigen. Bereits zwei Jahre später wurde es von Graf Engelbert von Mark zerstört. Die Erinnerung an diesen alten Haupthof blieb über die bedeutende "Geverner mark" noch Jahrhunderte erhalten. Heute weist eine Informationstafel auf den noch erhaltenen Platz mit seinem Wassergraben hin.

Hier detaillierte Informationen sowie ein Bericht über den Bau der Küntroper Motte.

 

Allehof Küntrop - historische Straßen

Küntrop - ein Kreuzungspunkt bedeutender Straßen

Johann Allehof lies sich um 1600 als Brinksitzer am Kreuzungspunkt der alten Strassen von Frankfurt nach Iserlohn und von Kassel nach Köln nieder und trieb Fuhrmannswirtschaft.

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Romanische Kirche Affeln

Affeln und Altenaffeln gehörten bis zur Gebietsreform im Jahr 1975 zum Amt Balve.
Um 1310 wurde die Pfarrei St. Lambertus erstmals urkundlich erwähnt. Die Halle aus Bruchstein mit flachen Nebenchören wurde um 1240 bis 1245 errichtet. Diese Bauform ist für das Sauerland typisch. Sakristei und Portalvorbau wurden erst 1903 angefügt, ebenso die Vorhalle des Südportales. Sie wird vom Affelner Volksmund als "Leichenhäuschen" bezeichnet. Früher wurden hier die Verstorbenen aufgebahrt. Im Südportal ist ein romanisches Tympanon zu sehen: Darstellung der Kreuzigung, die Geburt Christi und die Frauen am Grabe.

Seit dem Brand von 1814 ist der gedrungene Westturm auf quadratischem Grundriss mit einer sog. Welschen Haube bekrönt. Später wurde er mit Kupfer gedeckt. Seine Mauern sind deutlich dicker als die der Kirche. Zum Schutz des Mauerwerkes ist er verputzt. Ehemals vorhandene kleine Zwischensäulen existieren nicht mehr. Beim Brand wurden sie wohl zerstört. 

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Flandrischer Altar: Das prächtige Altarretabel stammt aus der Zeit zwischen 1520 und 1525. Es verfügt über einen geschnitzten Schrein, gemalte Flügel und eine bekrönende Rosenkranzmadonna. Weil es das Zeichen der Antwerpener Lukasgilde trägt, wird es auch als Antwerpener Altar bezeichnet. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben Christi, Marias und des Hl. Lambertus: Beschneidung Jesu im Tempel, Anbetung des neugeborenen Jesus durch die Heiligen drei Könige, das Sterben Mariens, im oberen Bild die Kreuzigungsgruppe. Auf den Flügeln sind König Olaf II. von Norwegen, der Hl. Lambertus, Anna selbdritt, die Hl. Lucia und der Hl. Olaf zu sehen.

Auf einen norwegischen Auftraggeber deutet das Wappen der Stadt Bergen über dem Lambertus hin. Möglicherweise hat dieser die Arbeit nach der in Brüggen schon 1526 bis 1536 einsetzenden Reformation nicht mehr abgenommen. Im Jahr 1972 wurde der Altar, einer der bekanntesten flandrischen Schnitzaltäre der Spätgotik, umfangreich restauriert. 

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Energie im Balver Land, Trafostationen

 

Mühle unter Burg Klusenstein

 

Burg Klusenstein

Oberes Hönnetal

 

Eisenbahn und Straßennetz