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WANDERWEGE „Im Hönnetal herrscht Lebensgefahr“

Veröffentlicht von Administrator (adac) am 29.08.2017
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HÖNNETAL.   Er kennt das Hönnetal wie seine Westentasche.

Seit 1974 bietet Heimatforscher Antonius Fricke aus Menden Wandertouren durch eines der bedeutendsten Karstgebiete in Deutschland an. Damit ist aber vorerst Schluss. Denn Fricke warnt: „Die Benutzung des ehemaligen Hönneschutzweges entlang der Hönne zwischen dem alten und völlig vergammelten Bahnhaltepunkt Klusenstein und der Felsglotze ist sehr gefährlich.“ Fricke geht sogar noch einen Schritt weiter: „Der Weg ist total vernachlässigt worden und stark einsturzgefährdet. Vor allem nach Regenfällen herrscht Lebensgefahr.“

Rutsch- und Absturzgefahr

Im Juli noch hat Antonius Fricke etwa 70 Interessierte durch das Hönnetal geführt. Die Teilnehmer begaben sich durch Annette von Droste-Hülshoffs „wildromantische Schlucht, die mit ihrer legendären Wanderung im Jahre 1824 in die Literatur eingegangen ist“. Die Wanderer seien begeistert gewesen, erzählt Fricke. Aber weil die Rutsch- und Absturzgefahr auf dem schmalen Weg mit jedem Sturzregen steige („Früher gab es die nicht in dieser gewaltigen Form“), seien weitere Touren mit ihm durch das Hönnetal abgesagt – die letzte war für den 20. August geplant.

„In 40 Jahren haben wir nie einen Krankenwagen oder einen Notarzt benötigt, und das soll so bleiben. Die Sicherheit genießt oberste Priorität, ist aber nicht mehr gegeben“, sagt Regionalhistoriker Antonius Fricke. Sein Wunsch: „Die Strecke muss ausgebaut und abgestützt werden.“ Geschehe das nicht, würden Wanderer nicht mehr den Schluchtpfad nutzen, sondern in das Gelände und somit in das Naturschutzgebiet ausweichen.

Aggressive Pflanze

Zudem warnt Antonius Fricke vor dem gefährlichen Riesen-Bärenklau. Die aggressive Herkulesstaude habe sich im Hönnetal „explosionsartig“ vermehrt, das Tal in ganzen Nestern erobert und sei bis auf Armeslänge an den Pfad herangerückt. Der Riesen-Bärenklau gefährdet die Gesundheit von Menschen. Bei Kontakt mit der Haut kann es zu schweren Verbrennungen kommen. Die Heilung dauert Wochen. Er müsse ausgegraben und vernichtet werden, rät der Bodendenkmalpfleger aus Menden. „Das ist eine umfangreiche Maßnahme.“

Keine Antwort erhalten

Mit seinen Anliegen – die Beseitigung des Riesen-Bärenklaus, eine Befestigung des Naturschutzweges mit einem wandergerechten Ausbau und neuen Holzstegen – ist Antonius Fricke bislang auf taube Ohren gestoßen. Unter anderem habe er den Tourismusverband eingeschaltet sowie Landrat Thomas Gemke und die Bürgermeister der Städte Balve und Menden, Hubertus Mühling und Martin Wächter, angeschrieben. Eine Antwort habe er nicht erhalten, berichtet der 74-Jährige.

Kaum Hoffnung

Von ihm geführte Touren durch das Hönnetal werde es nur dann wieder geben, wenn der entsprechende Pfad wieder fußläufig präpariert werde. Große Hoffnung darauf hat Antonius Fricke nicht: „In den letzten 40 Jahren hat sich in diesem Abschnitt nichts getan. Vermutlich auch die nächsten Jahre nicht.“

Zuletzt geändert am: 29.08.2017 um 22:04

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