Balve erleben - Die QR-Codes

English translate   Nederland vertalen

Ein Spaziergang durch das alte Balve

Der "kleine Stadtrundgang" des Verkehrsvereins Balve e.V. führt anhand von QR-Codes entlang der Balver Hauptstraße zu den historisch bedeutsamen Punkten der Balver Innenstadt. Der Verkehrsverein wünscht einen unterhaltsamen Spaziergang.

Die QR-Codes werden derzeit im praktischen Einsatz erprobt. Sie beginnen beim Glockenspiel der Volksbank und führen im Uhrzeigersinn am Kaiserlichen Postamt und Haus Bondy vorbei zum Kirchplatz; dann in der Gegenrichtung weiter zum Garbecker Kirchweg, dem Haus Drei Könige und am Bürgerbrunnen vorbei schließlich zum Drostenplatz. 

Nach Auswertung des Feldversuchs soll geklärt werden, ob weitere Sehenswürdigkeiten in Balve und Umgebung in die Stadtführung mit QR-Codes einbezogen werden: Balver Höhle, Luisenhütte und Schloss Wocklum, das Hönnetal mit seinen Felsen und Höhlen, die Burg Klusenstein, Trafotürme in Balve und Mellen, die alte kurfürstliche Mühle Gransau, das Jungferngut Garbeck, der Allehoff, die Motte Küntrop, die romanische Kirche Affeln, usw.

Die "kleine Stadtführung" wurde als Spaziergang durch das alte Balve angelegt. Wer auf seinem Rundgang eine Ruhepause einlegen will, hat im kleinen Stadtpark Gelegenheit dazu (mit Wasserspender und Bücherschränkchen). 

Neuaufbau nach dem Stadtbrand 1789

Der bekannte Stadtplan von 1805 zeigt den Grundriss der alten Festungsstadt mit der Lage der Stadtmauer und des Stadtgrabens in Nord-Süd-Richtung (vergrößern).

Die Stadtmauer war zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig abgetragen, um die Stadt nach dem zerstörerischen Stadtbrand von 1789, dem letzten von mindestens sieben schweren Stadtbränden, wieder aufzubauen und in Richtung Westen zu erweitern (die QR-Codes wurden im Plan annähernd zugeordnet). Die breite, geradlinige Hauptstraße wurde damals zum Feuerschutz angelegt und es wurden strenge Regeln für den Neuaufbau der Stadt und die Abstände der Häuser gegeben. Offene Feuerabzüge waren bis dahin durchaus üblich, Kamine gab es eher selten.

Hochwasserschutz - ein altes Thema

Aber nicht nur durch Feuer war Balve gefährdet, sondern auch durch Wasser. Balve hatte unter dramatischen Hochwassern zu leiden, die bei Starkregen aus vier unbefestigten Hohlwegen und dem Murmkebach in die Stadt strömten. Die Murmke floss zu dieser Zeit oberirdisch die Hauptstraße entlang, und weiter am Garten Brunswicker/Gercken vorbei in den Stadtgraben. Diese feuchte Lage der Stadt erklärt in Verbindung mit dem hohen Grundwasserspiegel und mehreren Quellen im Ort den damals gebräuchlichen, ziemlich despektierlichen Beinamen "Schlamm-Balve".

Der Plan von 1805 wurde zum Zweck des Hochwasserschutzes in Balve erstellt und beschreibt die Wasserläufe vor der Einrichtung einer Kanalisation. Die Hauptstraße war die einzige Straße in der Innenstadt. Die heutige Meller Straße, Garbecker Straße und B229 nach Langenholthausen existierten nicht, die Straßen nach "Cölln" (über Amtsschlade), Iserlohn (Balver Wald) und Arnsberg waren eher Karrenwege. Die eingetragenen Texte finden sich in Miniaturschrift in der historischen Vorlage, die leider verschollen ist. Als Vorlage für die Skizze diente die Foto-Reproduktion des Stadtplans im "Balver Buch" von 1930, Seite 337 (Umsetzung: Werner Ahrens). 

Zur besseren Lesbarkeit wurden die Texte hier sichtbar gemacht und die Wasserläufe blau eingefärbt. Mehr dazu hier

Die Stadtansicht von 1733

Eine wirklichkeitsnahe Stadtansicht von 1733, also noch lange vor dem Stadtbrand, wurde als Sepia-Zeichnung in der Kartensammlung des NRW-Staatsarchivs Münster gefunden (Der Märker Jg. 52, 2003). Sie zeigt das mauerumwehrte Rechteck, in dessen Schutz eine Reihe unterschiedlich großer Häuser angesiedelt sind. Links die "Obere Pforte" bzw. "Kirchpforte", mittig der Dachreiter des alten Rathauses mit der vorgelagerten Stadtkapelle und rechts das im 17. Jahrhundert errichtete Drostenhaus, letzteres sehr sorgfältig und wirklichkeitsnah dargestellt. Auch die ungewöhnliche Lage der St. Blasius-Kirche "extra muros" (außerhalb der Stadtmauern) ist korrekt wiedergegeben. Die nebenstehenden Gebäude lassen sich nicht sicher zuordnen. Möglicherweise wurden sie für den Bau der Pastorat abgerissen.

An der Stadtmauer fehlen die Wehrtürme. Außerhalb der Stadt sind die kurfürstliche Mühle Gransau und die uralte "Clause" an der Balver Höhle dargestellt (heute Farben Nitsche).